Jura 47, Fribourg

logements pour étudiantes et étudiants

Jura 47
Type d'objet mandat d'étude parallèle, 1er prix /
Studienauftrag, 1. Rang
Maître d’ouvrage Basellandschaftliche Pensionskasse (BLPK) - Adimmo AG
Durée 2021 / .....
Etat en cours / in Bearbeitung

LEITIDEE : Im städtebaulichen Kontext schlägt das Projekt ein L-förmiges kompaktes Gebäudevolumen vor, das die Geländekante hält und die Entwicklung hin zu einem urbanen Quartier mit einer lebendigen Mischung aus Wohnen für Alt und Jung, Arbeiten und Freizeit weiter stärken soll. Der Entwurf sucht eine kontextuelle Verflechtung mit der Umgebung. Das Projekt zielt auf eine hohe Funktionalität und optimale Nutzbarkeit der Innen- und Aussenräume bei gleichzeitiger Gestaltungsqualität. Ein umsichtiger Umgang mit den vorhandenen Ressourcen, gebotener Respekt vor dem Bewährten und genügend Selbstbewusstsein für das Neue führen zur Kernidee des Entwurfs. Insgesamt bedient sich dieser einer signifikant klaren Sprache, der dem lebendigen Studentenalltag einen grosszügigen Rahmen und viel Entfaltungsspielraum schenken und das Quartier um einen dynamischen neuen Baustein bereichern soll. Aussen fügt sich der Baukörper den strengen Regeln des Gestaltungsplans. In ruhigem Rhythmus angeordnete Gesimse gliedern die Fassaden. Diese horizontalen Aluminiumrippen prägen sich abwechselnde, geschlossene und offene Bänder, die über die gesamten Fassaden laufen.

Der Baukörper hat eine klare Adressierung und ist funktional und stringent organisiert. Das Konzept zielt darauf ab, den grösstmöglichen Kontakt zwischen öffentlichen und privaten Räumen zu bieten, bei gleichzeitiger Gewährleistung der Privatsphäre. Sei es über die sanfte Rampe (6 %) oder die wenigen Treppenstufen führt die Hauptpassage an der Route du Jura von aussen zum Hochparterre und ist Zugang zur Réception sowie zu den vertikalen Erschliessungszonen zu allen Etagen. Der rückversetzte, von der Strassenebene abgehobene Hauptzugang wirkt als einladende Geste, welche Bewohner und Besucher zum Eingang mit Windfang leitet. Der Vorplatz als gedeckter Aussenbereich dient als Treffpunkt und lädt witterungsgeschützt zum Verweilen ein. Hier holt man sich auch die Post. Die im Lobbybereich doppelstöckige Eingangshalle ermöglicht sowohl den Bewohnern wie auch den Besuchern eine klare Orientierung. Die aufgeweitete Flurzone schafft ein gemeinschaftliches Ambiente, belebt den Erschliessungsbereich atmosphärisch, gewährleistet einen hohen Grad der Flexibilität und bietet mit der Réception, dem grossen Studierzimmer, der Kaffeebar sowie dem Fitness eine nutzungsvariable Aufenthaltsqualität. Die lichten Begegnungszonen und die Lernlandschaften bieten vielfältige Raumstimmungen. Sorgfältig gestaltetet Übergänge von der Réception über die als «rue intérieure» mit Vor- und Rücksprüngen aufgelockerte horizontale Erschliessung bis zu den privaten Zimmern und Wohnungen sollen die Kommunikation und Interaktion unter den Bewohnerinnen und Bewohnern fördern.

Die kollektiven Räume sind nicht nur im Hochparterre konzentriert. Waschküchen -my beautiful laundry : wer hier wäscht, trifft sich-, Studierzimmer und Raucherecken sind über sämtliche Geschosse verteilt und rund um die Vertikalerschliessungen lichtdurchflutet arrangiert. Über deren verglaste Innenfassaden ergeben sich Blickbeziehungen. Der Entwurf soll damit beste Voraussetzungen für eine lebendige Hausgemeinschaft schaffen, die auch einen wertvollen Beitrag zum Quartierleben leisten kann.

Alle Zimmer sind mit Schallschutztüren, grossen Sperrholzeinbaumöbeln und Nasszellen ausgestattet. So entfaltet das Gebäude eine unaufgeregte, legere Eleganz.

Während die hangseitig gelegenen Räume des Sockels in Ortbeton konstruiert sind, wird für den oberirdischen Teil ein Stützenraster vorgeschlagen. Dabei bestimmt der Rhythmus der Tragkonstruktion sowohl die innere Erscheinung als auch das Fassadenbild. Für das statische Konzept zur vertikalen Lastabtragung wird das Achsraster der Studiotrennwände aufgegriffen.

Von der Route des Bonnesfontaines erreicht man über die bestehende Rampe (5.8 %) auf Sockelniveau ebenerdig die Veloabstellplätze. Die grosszügige Velogarage wird zu einem weiteren Begegnungsort der Bewohnerinnen und Bewohner. Eine kleine Velowerkstatt rundet das Angebot ab. Auch die Anlieferung und die Entsorgung erfolgen zu und ab diesem Sockelniveau. Hier ist auch der Hauswartraum mit direktem Zugang sowohl von aussen wie auch von innen angesiedelt.

Im Aussenraum, im Schutz des Riegels, bildet der grosszügige Garten mit seiner Pergola Raum für soziale Kontakte in einer campusähnlichen Situation mit besonnten Blumen- und Liegewiesen. Im Schatten der hochstämmigen einheimischen, frostharten und trockenheitsresistenten Stadtbäume wie Spitzahorn, Blutbuche, Stileiche oder Rosskastanie erfüllt der Garten den Wunsch nach Socializing-Flächen und Begegnungszone. Als grosszügiger Freiraum wird er bei schönem Wetter zum beliebten Treffpunkt. So soll ein Campus für studentisches Wohnen entstehen, der Gemeinschaft für Begegnungen und Austausch sowie Rückzug für konzentriertes Lernen ermöglicht.